Mal karikierend, mal kanongetreu: Sherlock-Holmes-Comics bei Piredda

Categories:SherloCON 2018
Nicole Glücklich

Der Piredda-Verlag hat sich in den vergangenen Jahren mit einigen feinen Sherlock-Holmes-Comics hervorgetan. Neben einer Fassung von „Eine Studie in Scharlachrot“ erschien auch die Reihe „Baker Street“, in der Holmes‘ und Watsons Verbrecherjagd mit viel Humor dargestellt wird. Alle Bände sind noch lieferbar.

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2016 erschien bei Piredda die Graphic Novel „Eine Studie in Scharlachrot“ als Soft- und Hardcover, die auf Doyles gleichnamigem Roman beruht. Auf 144 Seiten erfährt der Leser, wie der aus dem Afghanistan-Feldzug heimkehrende und kriegsversehrte Doktor Watson eine Wohnung in London sucht, die er sich mit seinen schmalen Einkünften leisten kann. Sein ehemaliger Assistent Stamford bringt ihn mit Sherlock Holmes zusammen. Erst nach und nach findet Watson heraus, welchem Beruf dieser nachgeht: Er ist beratender Detektiv und zieht Watson sofort zu einem Fall hinzu – der Ermordung Jefferson Hopes. Die legendäre Partnerschaft beginnt…

Inhaltlich hält sich Szenarist Ian Edginton recht genau an die Vorlage. Die berühmte Begrüßung Watsons durch Sherlock Holmes („Sie sind in Afghanistan gewesen, wie ich sehe“) fehlt ebenso wenig wie die ersten Ermittlungen. Der Part über die Mormonen bekommt einen gebührend großen Platz, er ist aber (zumindest gefühlt) nicht so lang wie im Roman, der einem dadurch doch deutlich zweigeteilt vorkommt. Im Comic wirkt es eher wie ein (nicht allzu) langer Einschub, der die Ereignisse aber angemessen wiedergibt. Ian Culbards Zeichenstil ist einfach und klar, trotzdem aber leicht karikierend. Er verleiht den altbekannten Figuren einen ganz eigenen Stil. Auch die altbekannten Räume in der Baker Street erwachen so zum Leben.

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Schon 2010 brachte Piredda die Serie „Baker Street“ (benannt nach Holmes‘ und Watsons Wohnort) mit den Alben „Sherlock Holmes fürchtet sich vor gar nichts“, „Sherlock Holmes und der Club der tödlichen Sportarten“, „… und die Kamelienmänner“, „… und der Schatten des M“ sowie „… und das sprechende Pferd“ heraus. Auf je 48 Seiten sieht der Leser, dass Holmes und sein Boswell sich bei den Ermittlungen des Öfteren in die Haare geraten – vor allem, wenn Watson es wagt, Holmes zu korrigieren. Gefahr droht – neben Holmes‘ Nemesis Professor Moriarty – auch durch Inspektor Lestrade, der das Nervenkostüm der beiden ein ums andere Mal auf die Probe stellt. Und es gibt nur eine Sache, vor der Holmes und Watson sich fürchten: Mrs. Hudsons Kochkünste („Hab ich genug Gedärme reingetan?“).

Autor Pierre Veys entlarvt so manchen Spleen des großen Detektivs, der schon mal Watson einen per Tröte fabrizierten Furz unterschiebt oder psychisch bedingte Schwierigkeiten hat, Moriartys Namen auszusprechen. Auch sind seine Deduktionen nicht stets so fehlerlos, wie man es gewohnt ist, sondern führen auch schon mal zu Verbrechen, die (noch) nicht stattgefunden haben. Auch ist er äußerst narzisstisch („Gleich muss es wieder heißen: ‚Erstaunlich Holmes!‘ … Falls nicht, ist er zutiefst beleidigt…““). Watson ist Holmes in den meisten Fällen eindeutig unterlegen, darf aber auch dann und wann triumphieren. Und vor allem für die Schotten wird er ein Nationalheld – mit eigener Whiskeysorte. Nicolas Barrals eindeutig karikierender Zeichenstil passt hervorragend zur Reihe und unterstreicht den Humor. Nach dem ersten Album mit Kurzgeschichten enthalten die folgenden Bände zusammenhängende Storys.

 Kurz erwähnt werden sollte auch die Reihe „Green Manor“, da im ersten Teil der dreibändigen Reihe Sir Arthur Conan Doyle in einer Kurzgeschichte eine wichtige Rolle spielt – schließlich planen zwei Mitglieder des Clubs den Mord am Erfinder von Sherlock Holmes.

Hierbei handelt es sich um einen Bericht unseres Veranstaltungspartners Piredda Verlag.

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